SCHWÄBISCHES VOLKSKUNDEMUSEUM OBERSCHÖNENFELD

JULIA WINTER

„No magic for me today“ – Farbmalerei von Julia Winter

Foto: Julia Winter

8. September bis 5. November 2017,
Schwäbische Galerie

Die umfangreiche Einzelausstellung der jungen Künstlerin Julia Winter aus Dillingen zeigt rund 50 Bilder verschiedener Formate und Techniken aus den letzten sechs Jahren. Zu sehen sind vor allem ungegenständliche Arbeiten auf Leinwand und Papier. Sie leben von einem unerschöpflichen Reichtum an Form- und Farbzusammenstellungen.

Am Anfang steht ein spontanes und freies Arbeiten mit Acrylfarben, Pinsel, Spachtel und Spray. Dabei baut sie auf und zerstört. Ihre Bilder wirken sehr dynamisch und erwecken den Eindruck, schnell entstanden zu sein. Bisweilen werden sie jedoch von Julia Winter nach Jahren nochmals überarbeitet.

Mehrere Elemente prägen ihre künstlerische Handschrift. An erster Stelle geht es ihr stets um die Farbe, sie ist für Julia Winter das zentrale Element. Groß angelegte Flächen, skripturale und grafische Elemente sowie Muster durchziehen ihr Werk in formaler Hinsicht. Verschiedene Bildebenen suggerieren Räumlichkeit. Auch wenn die Bilder der Malerin vorwiegend abstrakt sind, so lassen sich immer wieder Assoziationen zu Gegenständlichem herstellen, insbesondere zu Motiven aus der Natur. Bei ihren kleinen Bildern auf Leinwand oder Papier hat die Künstlerin teilweise auch Einzelaspekte aus diesem Pool der Möglichkeiten herausgegriffen.

Spontan und experimentell wirken ihre Arbeiten auf Papier. An manchen Tagen entstehen bis zu zwölf Blätter, die in Form und Farbe stark differieren. Jedes dieser Bilder kann in seiner individuellen Ausprägung durchaus für sich stehen. Und dann gibt es auch Tage, an denen die Fläche weiß bleibt, am unteren Rand steht nur: „no magic for me today“, ein Hinweis darauf, dass nicht jeden Tag etwas Spannendes passiert. Schrift spielt im Werk der Künstlerin eine wichtige Rolle: Mit wenigen Worten will sie eine Beziehung zum Betrachter aufbauen, auf überraschende ironische Weise.

Ohne sich bewusst festzulegen, hat Julia Winter eine eigene aussagekräftige Bildsprache entwickelt, die Gegensätze immer wieder neu zueinander in Beziehung bringt.

Begleitprogramm
Sonntagsführungen mit Bärbel Steinfeld M. A.:
8. Oktober, 22. Oktober, jeweils 15 Uhr

Familienführung mit kreativem Gestalten mit Oda S. Bauersachs M. A.:
Sonntag, 24. September, 15–16.30 Uhr

Künstlergespräch mit Julia Winter:
Moderation Dr. Mechthild Müller-Hennig
Sonntag, 5. November, 15 Uhr

Julia Winter
1984 in Dillingen geboren

2007–2013 Diplomstudium an der Akademie der Bildenden Künste in München
2009 und 2010 Workshop-Assistenz an der Ferienakademie Roggenburg
Ab 2011 Meisterschülerin von Prof. Jerry Zeniuk
2012 Studium bei Gastprofessorin Myriam Holme, Akademie der Bildenden Künste in München

2008 Stipendium für die Internationale Sommerakademie Salzburg
2012 Stipendium der Jubiläumsstiftung der Stadt München

Julia Winter lebt und arbeitet in Dillingen.