VOM VERSCHWINDEN UND VERLIEREN

Vom Verschwinden und Verlieren - sechs Kunstschaffende aus Stadtbergen beziehen Position

23. Mai bis 13. Juli 2014,
Der Landkreis zu Gast in der Schwäbischen Galerie

Sechs Kunstschaffende aus Stadtbergen, die sich bereits seit 2003 immer wieder mit bestimmten gemeinsamen Inhalten auseinander setzen, präsentieren im Rahmen einer großen Ausstellung neue Arbeiten zum Thema „Vom Verschwinden und Verlieren“. Mit unterschiedlichsten künstlerischen Stilmitteln und Techniken beziehen sie Position: Dabei reicht die Bandbreite von verschwundenen Alltagsgegenständen, über die in den Hintergrund getretene Handschrift bis hin zum Verschwinden der Freundschaft. Auch Kontrollverlust und sich wandelnde Lebensformen sind Themen der Ausstellung.

Christian Beckmann  
1944 in Chemnitz geboren, kam 1967 als Dresdner Kunststudent mit einer illegalen Froschmann-Performance über Spanien in die BRD. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Hamburg und in Nürnberg.
Als „Steppenwolfabsolvent“ möchte er mit seiner „Stammtisch-Kreuzschrein-Installation“ in einen Arbeitsprozess hinein führen an dessen Ende „der Gast“ verschwindet, stellvertretend für die verschwundene DDR. Beckmann lebt in Stadtbergen.

Andrea Groß 
1960 in Altdorf bei Nürnberg geboren, studierte an der Fachhochschule Augsburg Grafikdesign, Umweltgestaltung und Denkmalpflege. Seit 1983 ist sie als freischaffende Künstlerin tätig.
Welche Verluste einem Menschen begegnen können, zeigt sie in einem Zyklus von Farblinolschnitten. Ihre Bilder erzählen pointiert, oft humorvoll, in symbolhafter Verdichtung von Gefühlen und Daseinszuständen.

Friederike Klotz 
1944 in Goslar geboren, studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Kunsterziehung. Langjährige Tätigkeit als Lehrerin für Deutsch. Lebt als freischaffende Künstlerin in Stadtbergen.
Die Werkreihe beschäftigt sich mit dem Thema Handschrift als prägendes Ausdrucksmittel von Persönlichkeit und Individualität, in einer Zeit, in der das Bedienen der Tastatur oder das Wischen mit dem Finger das Schreiben mit dem Stift ersetzt, und das Unverwechselbare der Handschrift nicht mehr sichtbar wird.

Brigitte Heintze 
1949 in Solingen geboren, studierte Malerei und Gobelinweberei an der Fachhochschule für Kunst und Design in Köln. Seit 1986 lebt und arbeitet sie in Stadtbergen.
In der Ausstellung präsentiert sie Malerei und Zeichnung auf ausrangiertem schulischem Lehrmaterial sowie Radierungen, in denen sie verschwundenen Dingen auf der Spur ist. Ornamente alter Klosterpforten und Beichtstühle werden fragmentiert und Christian Beckmann in einem neuem Zusammenhang gezeigt.

Beatrice Schmucker 
1967 in Ansbach geboren, lebt und arbeitet in Stadtbergen. Nach dem Abschluss des Studiums Kommunikationsdesign 1989 in Augsburg, ist sie freischaffend als Grafik-Designerin und Künstlerin tätig.
In ihrer Arbeit stellt Schmucker das Verschwinden von Freundschaften in den Fokus – Liebesbriefe als Zeugnisse vergangener Liebe und Zeilen von Brechts „Erinnerung an die Marie A.“ dienten als Inspiration. Dabei kombiniert sie die figurativen Darstellungen mit landschaftlichen Elementen. Pigmente, Acryl und Kreiden werden in einem Bild eingesetzt. Die Farbigkeit ist reduziert und vielschichtig.

Sepp Strubel
1939 in Worms geboren, gelernter Theatermann (Otto-Falckenberg-Schule M), findet nach Lern- und Wanderjahren und viel Film- und Fernseharbeit (Bundesfilmprämien, Grimmepreis, TV-Arbeit mit der PUPPENKISTE), ab 1995 neue Schwerpunkte bei den Bildenden Künsten. Er wohnt und arbeitet in der Augsburger Altstadt.
Seine neuen Arbeiten befassen sich beziehungsreich mit Gefundenem und Angesammelten aus drei Jahrzehnten. Es sind inszenierte Rückblicke auf seine Vergangenheit.

 

Begleitprogramm

Lesung mit Sepp Strubel:
Donnerstag, 29. Mai 2014, 15.00 Uhr
Von Marc Twains „Reisen durch Europa“ bis Jenny Erpenbecks „Dinge, die verschwinden“.

Künstlergespräch zur Ausstellung:
Sonntag, 29. Juni 2014, 16.00 Uhr – 17.30 Uhr
Christian Beckmann, Andrea Gross, Brigitte Heintze, Friederike Klotz, Beatrice Schmucker und Sepp Strubel stellen sich den Fragen der Besucher. Es moderiert Bärbel Steinfeld M. A.

Sonntagsführung mit Bärbel Steinfeld M. A.:
22. Juni 2014, 15.00 Uhr

Sonntags-Matineen mit Bärbel Steinfeld M. A.:
1. Juni und 6. Juli 2014, jeweils 11.00 Uhr.