AQUARELLMALEREI

Aspekte der Aquarellmalerei - Florina Coulin, August Hofer, Hanns Weidner

16. März bis 11. Mai 2014,
Schwäbische Galerie

Die Ausstellung widmet sich der in der professionellen Kunst in den letzten Jahrzehnten stark in den Hintergrund getretenen Aquarellmalerei. Die aus Rumänien stammende bekannte Augsburger Malerin Florina Coulin befasst sich seit über 30 Jahren intensiv mit der Aquarelltechnik. Mit ihren konzentriert und meditativ wirkenden Bildern hat sie es zu einer wahren Meisterschaft gebracht. Ihren Arbeiten sind Landschaftsaquarelle von Hanns Weidner und August Hofer aus unserer Sammlung gegenübergestellt. Damit spiegelt dieAusstellung eine große Bandbreite an Möglichkeiten, die das Aquarell bietet, wider.

In August Hofers Werk spielen neben Ölgemälden, Temperabildern und Holzschnitten auch Aquarelle eine Rolle. Meist handelt es sich dabei um Landschaftsmotive. Eine thematische Besonderheit stellt sein Aquarell „Badende und Segelboote“ von 1929 dar. Während seine früheren Arbeiten stark vom Wechselspiel zwischen Linie und Fläche leben, kommen bei seinen Aquarellen der 1950er-Jahre mehr und mehr feine Übergänge, die das Bild bewegt und lebendig erscheinen lassen, zum Tragen. Obwohl seinen Aquarellen in der Regel Zeichnungen zugrunde liegen, wirken sie nicht wie aquarellierte Zeichnungen. Auch Hofers Aquarellskizzen für Ölgemälde sind erstaunlich weit ausgearbeitet und können somit als eigenständige Werke betrachtet werden.

August Hofer wurde 1899 in Achthal/Obb. geboren, absolvierte dort bei seinem Vater eine Ausbildung zum Fassmaler und Vergolder und erlernte die Techniken des Malens, Aquarellierens und Radierens.1922 ließ er sich in Augsburg nieder, wurde Mitglied der dortigen Künstlervereinigung „Die Ecke“, war an den großen Ausstellungen in Augsburg und München beteiligt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte er in vielen Künstlerorganisationen mit. 1955 übersiedelte er nach Zusmarshausen. Dort starb er 1981.

Auch Hanns Weidner wählte das Aquarell für Landschaftsdarstellungen, teils hielt er dabei vor Ort seine Eindrücke fest. Wie August Hofer bevorzugte er eine lavierende Aquarelltechnik. Seine oft in Serien entstandenen Aquarelle der 1960er und 1970er-Jahre sind stark von sich überlagernden Flächen geprägt, dazwischen erkennt man minimale Aussparungen nicht bemalter Flächen. Vor allem aber tritt bei Hanns Weidners Aquarellen das Lichte und Transparente, das diese Hanns Weidner, Lopud (Kloster), Aquarell, 1971, 36 x 48 cm Technik ausmacht, zu Tage. Bewegung und Leichtigkeit prägen seine Landschaften. Dennoch vermag Hanns Weidner es, Verdichtungen und Ruhepunkte zu schaffen, ohne den Fluss seines Duktus zu bremsen oder zu blockieren.

Hanns Weidner wurde 1906 in Augsburg geboren. Nach seinem Studium an der Akademie der Bildenden Künste München war er als freischaffender Maler tätig. Parallel dazu hatte er zahlreiche Aufträge für Wandmalereien, vor allem in Augsburg. Seit 1935 war er Mitglied der dortigen Künstlervereinigung „Die Ecke“. 1957 bis 1971 unterrichtete er als Dozent an der Werkkunstschule Augsburg. 1966 erhielt er den Kunstförderpreis der Stadt Augsburg, 1976 den Kunstpreis der Diözese.1981 verstarb er in München.

Ins Oeuvre von Florina Coulin gehören ebenfalls Landschaftsaquarelle. Seit Mitte der 1990er-Jahre konzentriert sich die Künstlerin auf geometrische Formen in einer lasierenden Aquarelltechnik, d. h. die Farbe wird Schicht für Schicht in bis zu 15 Arbeitsvorgängen aufgetragen. Ihre vom Gegenstand losgelösten Motive will sie weder als abstrakt noch als konkret bezeichnen. Eine symbolische Bedeutung ist bei vielen dieser Bilder zu entdecken: „Die Grundformen selbst werden zu Fenstern, zu Schwellen des Übergangs ins Unfassbare“ (Luiza Barcan).

In ihren neuesten Arbeiten zitiert Florina Coulin Gesichter, die wir aus dem Werk bekannter abendländischer Künstler kennen: Jan van Eyck, Leonardo da Vinci, Michelangelo. Indem sie aus vielfigurigen Gemälden zentrale Motive herausnimmt, macht sie diese für uns interessant und allgemeingültig. Dabei arbeitet sie stets mit wenigen Flächen und Konturen.

Florina Coulin wurde 1947 in Rosiorii de Vede/Rumänien geboren. Von 1965 bis 1971 studierte sie Malerei an der Kunstakademie in Bukarest. 1971 bis 1977 lebte sie als Kunsterzieherin und freischaffende Künstlerin in Bukarest und nahm regel-mäßig an den großen Kunstausstellungen in Rumänien sowie im Ausland (Moskau, Barcelona, Sofia und Stockholm) teil. Seit 1977 lebt sie in Deutschland, seit 1984 in Augsburg. Sie hatte eine Reihe von Aufträgen für Wandmalereien. Von 1997 bis 2005 war sie als Dozentin an der Fachhochschule Augsburg im Studiengang Architektur tätig. Florina Coulin ist Mitglied des Berufsverbandes Bildender Künstler Schwaben-Nord und Augsburg e. V., Werke von ihr befinden sich in vielen Sammlungen im In- und Ausland.


Begleitprogramm

Sonntagsführungen mit Bärbel Steinfeld M. A.:
30. März, 13. April 2014, jeweils 15 Uhr

Sonntags-Matinee mit Bärbel Steinfeld M. A.:
27. April 2014, 11 Uhr

Künstlergespräch mit Florina Coulin unter Leitung von Dr. Mechthild Müller-Hennig:
Sonntag, 11. Mai 2014, 15 Uhr

Aquarellworkshop mit Annette Bartusch-Goger:
Samstag, 5. April 2014, 10 bis 13 Uhr,
Teilnehmergebühr: 10 Euro, Anmeldung erbeten unter: (0 82 38) 30 01-0