VERSCHWUNDENE DINGE

Addiator, Hüftgürtel und Goggomobil - Verschwundene Dinge von A bis Z

6. April bis 12. Oktober 2014,
Volkskundemuseum

Vom Addiator bis zur Schreibmaschine, von der Schildkrötensuppe bis zum HB-Männchen, vom Hüfthalter bis zur Windelhose – zahlreiche Dinge sind in den letzten Jahrzehnten nahezu unbemerkt aus unserem Alltag verschwunden: Einige wurden durch den technischen Fortschritt überflüssig, andere durch den gesellschaftlichen Wandel aus unserem Alltag verbannt, und neue Erfindungen machen Altbewährtes überflüssig.

Betroffen sind fast alle Bereiche des täglichen Lebens: Haushalt, Beruf, Technik, Markenprodukte, Werbefiguren. Vieles, was lange Zeit die Alltagskultur prägte, bleibt verschollen, manches taucht unverhofft nach Jahren wieder auf, etwa Radios im Retrolook, der Telefonhörer fürs Handy oder die Schallplatte.

Wie ein großes begehbares Lexikon präsentiert sich die Ausstellung. Von A wie Affenschaukel über B wie Blümchenbadekappe und C wie Compact Cassette bis zu Z wie Zigarettenbilderalbum sind Besucher/-innen eingeladen, sich durch ein Alphabet der verschwundenen Dinge zu stöbern.

Die Ausstellung gibt einen Einblick in die umfangreiche Sammlung des Schwäbischen Volkskundemuseums. Darüber hinaus wird sie ergänzt durch zahlreiche private Leihgaben. So gibt es eine Auswahl von bunten Blümchenbadekappen der 1950er- bis 1980er-Jahre von einem Augsburger Privatsammler ebenso zu sehen wie eine Vielfalt an „Kaffeewärmern“ – wie sie bis vor wenigen Jahren auf keiner gut gedeckten Kaffeetafel fehlen durften – oder diverse Rechengeräte wie Addiator, Rechenschieber und mechanische Rechenmaschine.

Die Bandbreite der Exponate reicht von der winzigen Nadel, mit der man Laufmaschen in Seidenstrümpfen repariert hat, bis zum stattlichen Goggomobil, dem erschwinglichen Auto der 1950er- und 1960er-Jahre, und von ganz Alltäglichem wie dem Reinigungsmittel IMI bis zu so Kuriosem wie der fahrbaren Badewanne für Haushalte ohne Badezimmer.

Immer wieder ergänzen persönliche Erlebnisse die Objekte und lassen die Dinge des Alltags lebendig werden. Ein Beispiel ist die Mix-Kassette, die eine Spanierin ihrem deutschen Freund in den 1980er-Jahren aufnahm und ihm auf diese Weise aus der Ferne eine Liebeserklärung machte.

Dabei bietet die Ausstellung auch zahlreiche Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden: Schreiben Sie mal wieder einen Brief auf einer Schreibmaschine und versuchen sich in Sütterlin und Stenografie, erraten Sie längst vergessene Geräusche, probieren Sie aus, wie Ihnen eine Kittelschürze steht – und wie telefoniert es sich eigentlich mit einem Wählscheibentelefon?

Die Ausstellung lädt Jung und Alt ein, auf einer spannenden Zeitreise den Spuren zahlloser „verschwundener Dinge“ aus den vergangenen 100 Jahren zu folgen und auf diese Weise unbekannte Welten kennenzulernen oder verloren Geglaubtes wiederzuentdecken.

 

Begleitprogramm 

Sonntagsführung um 11 Uhr
13. April / 18. Mai / 9. Juni / 22. Juni / 24. Aug. / 7. Sept. / 12. Okt.

Sonn- und Feiertagsführung um 15 Uhr
27. April / 4.Mai / 8. Juni / 19. Juni / 6. Juli / 3. Aug. / 15. Aug.

Spezialführung am Sonn- und Feiertag um 15 Uhr mit Dr. Gertrud Roth-Bojadzhiev
1. Mai: Schulzeit ohne Taschenrechner und Tablet-PC
13. Juli: Verschwunden. Oder doch nicht? Das Fundbüro
28. Sept.: Unterwegs im Goggomobil. Mobilität früher

Familienführung am Sonntag von 15 –16.30 Uhr mit kreativem Teil
18. Mai / 15. Juni / 21. Sept.

18. Mai: Internationaler Museumstag, Eintritt frei
Führung um 11 Uhr, Mit-Mach-Programm von 13 –17 Uhr,
Familienführung um 15 Uhr mit kreativem Teil

15. Juni: Klosterfest von 10–17 Uhr
Programm und Bewirtung, Familienführung um 15 Uhr mit kreativem Teil

Erzählcafé um 14.30 Uhr mit Dr. Gertrud Roth-Bojadzhiev
Fr. 16. Mai / Sa. 12. Juli / Sa. 27. Sept.
Führung und anschließender Austausch bei Kaffee, Tee und Gebäck im Stil der 1970er-Jahre;
Kosten: 5,00 EUR inkl. Eintritt, nur mit Anmeldung

Ferien-Kinderkurs „Fotoexperimente von Polaroid bis Digital“ mit Achim Sauter, Kulturpädagoge
Di. 15. April, 10–13 Uhr (8–13 Jahre),
Kosten: 10,00 EUR inkl. Eintritt, nur mit Anmeldung

Ferien-Kinderkurs „Aus alt mach neu: Upcycling und Umgestaltung verschwundener Dinge“ mit Achim Sauter, Kulturpädagoge
Di. 10. Juni, 13–16 Uhr (10–15 Jahre),
Kosten: 5,00 EUR inkl. Eintritt, nur mit Anmeldung

Kinder-Spielebogen „Verschwundenes – Gefundenes“
Rundgang für Kinder mit Rätsel- und Zeichenaufgaben, für 1,00 EUR an der Museumskasse erhältlich

Kultur und Küche am Samstag: „Verschwundene Gerichte!?“
Führung durch die Ausstellung und kulinarisches Menü von Michael Haupt im Klosterstüble Oberschönenfeld
24. Mai / 26. Juli / 6. September, jeweils um 17 Uhr
Kosten: 29,90 EUR pro Person, Teilnahme nur mit Anmeldung unter (0 82 38) 37 30, auch auf Anfrage für Gruppen ab 12 Personen

Führungen für Gruppen auf Anfrage
Dauer: ca. 60 Min., Kosten: 30,00 EUR Erwachsene, 15,00 EUR Kinder (max. 20 TN) zzgl. Eintritt

Schulklassen-Führungen mit kreativem Gestalten
Dauer: 90 –120 Min., Kosten: 4,50 EUR pro Schüler/-in (inkl. Eintritt und Material)