CHRISTOFER KOCHS

Im Angesicht des Augenblicks. Christofer Kochs. Bilder, Skulpturen, Zeichnungen

12. Mai bis 7. Juli 2013,
Schwäbische Galerie

Die umfangreiche Einzelausstellung des international bekannten Künstlers Christofer Kochs aus Augsburg zeigt Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen aus den letzten beiden Jahren. Nach wie vor steht die Figur im Mittelpunkt seiner stets im Gegenständlichen verwurzelten Arbeiten, in reduzierter Farbgebung und Ausarbeitung. Das Elementare interessiert den Künstler ganz besonders.

In diesem Zusammenhang sind auch Christofer Kochs neueste Bildserien mit Menschengruppen in einer Landschaft zu sehen: Mit ihren Stöcken in den Händen haben sie etwas Archaisches an sich. Sie können bedrohlich wirken oder auch einfach nur wie Menschen, die arbeiten, schieben, tasten oder etwas stützen – eine festgelegte Lesart der erzählerisch anmutenden Bildinhalte gibt es dabei nicht. 

Die seit einigen Jahren seine Gemälde prägenden Leinwandfaltungen verleihen den Bildern eine reliefartige Plastizität. Damit wird die Abgrenzung zwischen Malerei und Skulptur verwischt. 

Auch Christofer Kochs Holzskulpturen wirken wie gefaltet. Bei ihnen spielt die Linie als Gestaltungselement ebenfalls eine zentrale Rolle, so dass man sie als eine Art Raumzeichnung verstehen kann. Darüber hinaus geht es um die Kombination von identifizierbaren Körperteilen und freien Formen sowie um die Spannung zwischen dem Organischen, der menschlichen Gestalt, und dem Artifiziellen, der Kleidung. Durch deren Faltenwurf entstehen immer wieder neue Formgefüge, die verschiedene Ebenen von Wirklichkeit verbildlichen. 

Reduziert und zugleich vielschichtig sind auch Christofer Kochs Zeichnungen. Körper oder Details davon werden formatfüllend ins Bild gesetzt, auf wesentliche Merkmale konzentriert. Auch hier spielt der Künstler mit verschiedenen Ebenen – sei es in Bezug auf die Räumlichkeit oder auch in der Gegenüberstellung von Ausarbeitung und Abstraktion, zwischen fest umrissener, gegenständlicher Wiedergabe und verspielten, sich auflösenden, die Figur in eine andere Welt einbettenden Formgebilden. 

 

Christofer Kochs

1969 in Osnabrück geboren
1992–96 Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München
1996 Meisterschüler bei Prof. Gerhard Berger; „Art in Architecture“ bei Frank Stella
2000 bis 2003 Lehrauftrag für Lithografie an der Fachhochschule Augsburg
2007 Lehrauftrag an der Universität Düsseldorf; Lehrauftrag an der Alanus-Hochschule Bonn

Preise:
1993 Grafikpreis der Stadt Senden
1995 Lucas-Cranach-Preis für Malerei der Cranach-Stiftung Wittenberg; Kunstförderpreis der Stadt Augsburg
1996 Förderpreis für junge Künstler Marktoberdorf; Böhmlerpreis München; Erasmus-Stipendium München
1997 Stipendium der Aldegrever-Gesellschaft Münster für die Druckwerkstatt Kätelhön
1998 Karl-Rössing-Reisestipendium der Bayerischen Akademie der Schönen Künste München
1999 Magnus-Remy-Preis der Schwabenakademie Irsee
2000 Erster Preis des Kunstvereins Bobingen; Atelierförderprogramm des Bayerischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst
2001 Artist in Residence, School of Arts and Sciences, Sydney
2004 Artist in Residence, School of Arts and Sciences, Sydney

Zahlreiche Arbeiten von Christofer Kochs befinden sich in öffentlichen Sammlungen.

 

Begleitprogramm:

Sonntagsführungen mit Bärbel Steinfeld M.A.:
26. Mai, 23. Juni und 30. Juni 2013, jeweils 15.00 Uhr.

Museumsfest „Schwaben unterwegs – Kultur für Schwaben“
9. Juni 2013, von 10–17 Uhr Programm und Bewirtung, Eintritt frei.

Familienführung „Kunstbegegnung mit kreativem Gestalten“ mit Museumspädagogin Oda Bauersachs:
16. Juni 2013, 15.00–16.30 Uhr.

Künstlergespräch unter Leitung von Dr. Mechthild Müller-Hennig:
9. Juni 2013, 11 Uhr.

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