BERND RUMMERT

Bernd Rummert - Rauminstallation

9. Dezember 2012 bis 13. Januar 2013,
Schwäbische Galerie

Das zentrale Anliegen des Bildhauers und Konzeptkünstlers Bernd Rummert aus Konradshofen ist es, bei seinen Ausstellungen auf die zur Verfügung stehenden Räume einzugehen: Die jeweilige Architektur regt seine gestalterische Fantasie an. Darüber hinaus führt auch der Ausstellungsort selbst zu einer Auseinandersetzung mit den jeweiligen Inhalten.

In Oberschönenfeld setzt sich Bernd Rummert mit dem 1743 entstandenen Dachstuhl der Schwäbischen Galerie auseinander. Es geht ihm darum, die ehemalige Funktion und Struktur des Gebäudes aufzuspüren, das, ursprünglich länger, als Mastochsenstall mit Stadelteil, Zimmerei und Wagnerei genutzt worden war. Gleichzeitig soll eine Einbindung in den klösterlichen Kontext stattfinden.

Indem er den Dachstuhl stellenweise horizontal unterteilt, knüpft er an die frühere Nutzung des doppelt liegenden Dachstuhls als mächtiger Bergungsraum für Heu und Stroh, hier zeitweise auch Getreide, an. Der uns heute in seiner umgebauten Form wohlbekannte Ort kann so neu erfahren werden. Dazu dienen Rummert mit Draht umwickelte Hölzer, gleichsam Kleinplastiken, die in unterschiedlichster Anordnung präsentiert werden und als Module einer großen Installation zu sehen sind.

Doch nicht nur das landwirtschaftliche Gebäude, das die Arbeit als einen wesentlichen Bestandteil des klösterlichen Lebens versinnbildlicht, sondern auch der spirituelle Aspekt sind Bernd Rummert wichtig. So haben viele seiner Arbeiten mit dem kontemplativen klösterlichen Leben zu tun: Schließlich ist sein Versuch, „sich einmal um die Erde zu drehen“, indem er täglich mit den gewundenen Drähten arbeitet, eine geistige Weltumrundung, mit der die Vorstellungskraft angesprochen werden soll.

Die Wiederholungen im Klosteralltag – im Jahresablauf, im Tagesablauf und schließlich im Gebet – entsprechen dem meditativen Arbeitsprozess des Künstlers. Und so übt auch der Rosenkranz mit seinen sich wiederholenden Modulen eine Faszination auf ihn aus: Durch die Einbindung einer monumentalen Gebetszählschnur rückt Bernd Rummert in seiner Installation den Rosenkranz in eine neue Dimension und unterstreicht damit dessen große Bedeutung für die katholische Praxis pietatis.

Auch so genannte „Geduldsflaschen“ bzw. Eingerichte haben Bernd Rummert beschäftigt. Einige von ihm gefertigte Eingerichte sind in die Installation integriert. Sie schlagen wiederum eine Brücke zur religiösen „Volkskunst“: Oft entstanden solche Objekte in Heimarbeit – wie eben auch die Werkstücke von Bernd Rummert.


Bernd Rummert

1951 in Schweinfurt geboren
1973–1979 Ausbildung zum Fachlehrer für Kunsterziehung und Sport
1981–1987 Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Leo Kornbrust
1987 Meisterschüler und Diplom der Akademie der Bildenden Künste München
1987–1990 Assistent von Leo Kornbrust an der Akademie der Bildenden Künste München

Seit 1988 zahlreiche Einzelausstellungen

1992 Kulturförderpreis der Stadt Schweinfurt
2009 Kunstpreis der Stadt Krumbach
2010 Artist in Residence, Kulturstadel, St. Anton, Österreich
2012 Teilnahme am Symposium „Transformation“; St. Anton, Österreich

Arbeiten im öffentlichen Raum:
Stadthalle Schwebheim
Städtische Sammlungen Schweinfurt
Kirche St. Andreas, Augsburg
Rathaus Krumbach
Altarraumgestaltung, Meringerzell

Bernd Rummert lebt in Konradshofen.


Begleitprogramm
Sonntag, 13. Januar 2013, 15 Uhr:
Künstlergespräch unter Leitung von Dr. Mechthild Müller-Hennig.

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