GRETEL LOHER-SCHMECK

Gretel Loher-Schmeck - Künstlerin in schweren Zeiten

22. Juli bis 16. September 2012,
Schwäbische Galerie

Mit Gretel Loher-Schmeck wird eine Künstlerin vorgestellt, die in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Umbrüche lebte und arbeitete.

Die am 6.12.1907 in Augsburg geborene Arzttochter war Mitglied des Augsburger Kunstvereins und stellte dort bis 1938 aus. Sie studierte von 1928 bis 1937 an der Akademie der Bildenden Künste München, zunächst bei Adolf Schinnerer und ab 1934 in der Malschule von Karl Caspar, der schon seit 1932 von den Nationalsozialisten diffamiert wurde.

Rund 60 Ölbilder im Stil des expressiven Realismus schuf sie in den 1930er-Jahren. Auch mit ihren Lithografien war die Künstlerin schon früh sehr erfolgreich. Eindrucksvolle Ölbilder und Grafiken aus dieser Schaffensphase sind in der Ausstellung zu sehen. Sie zeigen Landschaften und Porträts.

1937 verließen Gretel Loher-Schmeck und Joseph Loher - zusammen mit einigen weiteren Studenten - aus Solidarität mit ihrem von den Nationalsozialisten als „entartet“ verfemten und schließlich zwangsweise pensionierten Lehrer Karl Caspar die Münchner Kunstakademie.

Kurz zuvor hatte das Paar geheiratet, 1938 kam der Sohn auf die Welt. 1940 zog die Familie nach Frotzhofen bei Anzing (Lkr. Ebersberg) und lebte dort sehr zurückgezogen. Zunehmend wirkte die Künstlerin als Hausfrau, Mutter und Selbstversorgerin im Hintergrund. Gretel Loher-Schmeck schuf in den 1940er- und frühen 1950er-Jahren ihre letzten Ölgemälde. Diese bilden einen weiteren Ausstellungsschwerpunkt.

Das Zeichnen jedoch hatte sie nie aufgegeben. Bis ins hohe Alter von 90 Jahren nahm sie mit ihren Landschafts- und Architekturzeichnungen an der Großen Kunstausstellung München im Haus der Kunst teil, während ihr Mann Gemälde einreichte. Vielen dieser Gemälde liegen Entwürfe von Gretel Loher-Schmeck zugrunde. Die Ausstellung zeigt Skizzen, die sie von ihren Reisen nach Rom in den späten 1960er-Jahren mitbrachte, und Bilder, die ihr Mann nach diesen – auf wesentliche Charakteristika konzentrierten Zeichnungen – geschaffen hat.

Schließlich erinnert die Ausstellung auch mit einer kleinen Bildauswahl an die enge Freundschaft des Paares mit dem Maler Josef Dilger aus Reinhartshausen (Lkr. Augsburg): Häufig unternahmen die befreundeten Künstler – vor allem in den 1940er- und 1950er-Jahren – kleine Reisen, um gemeinsam zu malen.

Nur um ein knappes Jahr hat Gretel Loher-Schmeck ihren Mann überlebt, sie verstarb am 17.9.2003.

 

Begleitprogramm

Sonntagsführungen mit Bärbel Steinfeld M. A.:
29. Juli, 12. August, 9. September, jeweils 15 Uhr.

Familienführung „Kunstbegegnung mit kreativem Gestalten“ mit Museumspädagogin Oda Bauersachs:
19. August, 14.30-16.00 Uhr.