BERTRAM SCHILLING

Andere Stimmen, andere Räume - Arbeiten von Bertram Schilling

25. Mai bis 8. Juli 2012,
Schwäbische Galerie

Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt aus dem Schaffen der letzten Jahre von Bertram Schilling. In seinen Gemälden, Collagen und Scherenschnitten öffnet uns der Allgäuer Künstler – immer wieder – neue Räume und Dimensionen, er lässt uns in tiefere Schichten vordringen.

Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden große Landschaftsmalereien, die sich in Farbmelodien ihren Raum bahnen und somit Schwingungen auslösen. Allein schon diese Gemälde lassen mit ihrer weit gefächerten Formenvielfalt eine unerschöpfliche Phantasie erkennen: Jedes Bild wirkt wie neu erfunden. Dieser Eindruck wird auch von der Art unterstützt, wie Bertram Schilling bei den einzelnen Arbeiten mit der Linie umgeht.

Auf ganz unterschiedliche Weise setzt er breite gegen schmale Striche, Liniengewirre oder Netze gegen isoliert stehende, fragmentarisch wirkende Ansätze. Schließlich suggeriert er mit der Anordnung von Linien Räumlichkeit, lässt Überlagerungen entstehen, verbindet Inseln miteinander. Mit ihren in sich gegliederten Flächen erinnern manche von Schillings großformatigen Gemälden auch an Collagen. So kann es als Konsequenz betrachtet werden, dass die in Schichten aufgebauten Malereien Bertram Schilling in den vergangenen Jahren zunehmend zu einer intensiven Auseinandersetzung mit Collagen und mehrlagigen Papierarbeiten anregten. Die aus Folien, Kopien und Scherenschnitten bestehenden, zum Teil ineinander greifenden oder sich flächig überlappenden Papierkonstrukte entwickeln sich – ähnlich wie seine Gemälde – aus einem experimentellen Arbeitsprozess heraus. Beim assoziativen Spiel mit Oberflächen und Öffnungen, Schichtungen und Durchbrüchen entsteht eine Welt voller Andeutungen und Spiegelungen. So tauchen beispielsweise Zufallsstrukturen und Verlaufsspuren als Gestaltungsmittel für die Binnenflächen seiner Ölmalereien auch wieder in seinen Collagen auf.

An anderer Stelle werden Versatzstücke aus den Bereichen Grafik, Zeichnung und Fotografie verwoben und in die Bildräume eingebunden. Insgesamt bilden diese neuen Werkserien das Kernstück von Schillings aktueller künstlerischer Arbeit – und einen weiteren Ausstellungsschwerpunkt.

In seinen Werken reflektiert Bertram Schilling die Vielschichtigkeit unseres heutigen Raumerlebens. Das Spektrum seiner intuitiv-offen angelegten Werkgruppen reicht von surreal verschlungenen Papiercollagen bis hin zu farbintensiven, atmosphärisch dichten Großformaten in Öl und Acryl. Natur, Landschaft und Architektur erscheinen als ein Grundthema, das von abstraktem Formenvokabular durchbrochen wird.

Bertram Schilling (*1971 in Krumbach)
studierte Bildende Kunst und Kunstgeschichte an der Kunsthochschule Kassel,
der Akademie der Bildenden Künste München
und der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.
Er lebt heute abwechselnd in Sonthofen und München.
Der Meisterschüler von Prof. Rolf Lobeck wurde in den vergangenen Jahren mehrfach ausgezeichnet, er erhielt u. a.
die Debütanten-Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst,
den Förderpreis aus der Dr.-Rudolf-Zorn-Stiftung,
ein Atelierstipendium des Freistaates Bayern
sowie Auslandsstipendien für Barcelona, Breslau und Stockholm.


Einzelausstellungen (Auswahl)
Galleri Sagoy, Malmö (2012);
Kunstverein Mönchengladbach (2011);
Galerie Vögtle, Karlsruhe (2011 mit Andreas Stöhrer);
Villa Jauss, Oberstdorf (2008);
Kunsthalle Kempten (2005);
Kulturhaus Dock 4, Kassel (2001).

Ausstellungs- und Messebeteiligungen (Auswahl)
Studio44, Stockholm (2012); Belgrade art fair (2012); sihlquai55 offspace, Zürich (2011); Alte Feuerwache, Berlin (2011); Kulturhuset Stockholm (2010); Galerie Lichtpunkt – Ambacher Contemporary, München (2010); Schloss Bad Grönenbach (2010); Pinakothek der Moderne, München (2010); Künstlerhaus Bethanien, Berlin (2009); Alt_Cph, Kopenhagen (2009); Staatsgalerie Moderne Kunst im Glaspalast, Augsburg (2009); Alpineum Produzentengalerie, Luzern (2009); Galerie u Zlatého Kohouta, Prag (2009); LISTE Basel (2009); Städtische Kunsthalle Wrocław (2005); hinterconti e. V., Hamburg (2003).


Begleitprogramm

Sonntagsführungen mit Bärbel Steinfeld M. A.:
10. Juni, 24. Juni, 8. Juli, jeweils 15 Uhr.

Familienführung „Kunstbegegnung mit kreativem Gestalten“
mit Museumspädagogin Oda Bauersachs:
17. Juni, 14.30–16.00 Uhr.