GÜNTHER BAUMANN

Illusionsmacher - Malereien und Zeichnungen von Günther Baumann

9. März 2007 bis 13. Mai 2012,
Schwäbische Galerie

Die Ausstellung mit dem Titel „Illusionsmacher“ zeigt eine Reihe von Werkgruppen des bekannten Augsburger Künstlers Günther Baumann. Die Gemälde und Zeichnungen stammen aus den letzten Jahren. Illusionsmacher ist dabei nicht nur der Künstler selbst, sondern vor allem die von ihm visuell interpretierten Prototypen aus der Bibel und der klassischen Mythologie. Sie verkörpern die Illusionen und Phantasien von Menschen, die an Wendepunkten stehen oder in Lebenskrisen geraten sind.

Das menschliche Leiden ist für den Künstler, der sich stark mit existenzialistischer Literatur auseinandergesetzt hat, ein zentrales Thema. Dabei muss für Baumann nicht immer zwingend der Körper selbst dargestellt werden: Seine erstmals geschlossen ausgestellte, 20 Arbeiten umfassende Hiob-Serie zeigt nicht die Gestalt, sondern vielmehr die erduldende und geschundene Haut des gepeinigten Gläubigen. Die schrundige Oberflächenstruktur vermittelt den Eindruck von Brüchigkeit, Angreifbarkeit und tief greifenden Verletzungen.

Wie schnell sich das Blatt der Fortuna wenden kann, zeigt sich auch an dem Bild „Der Boxer“. Günther Baumann will mit seiner Darstellung darauf hinweisen, wie nahe oben und unten, Erfolg und Misserfolg, Triumph und Leiden beieinander liegen: Aus der Siegerpose mit den erhobenen Armen wird mit einer nur geringfügigen Änderung ein Gekreuzigter.

Über die bekannten abendländischen Motive hinaus geht der Künstler mit seinen beiden neuesten Großformaten. Zu diesen regten ihn Illustrationen der Azteken an, die Gemelli Careri nach seiner Weltreise 1699 im letzten Band seines sechsbändigen Werkes „Giro del Mondo“ veröffentlichte. Diese Darstellungen haben Günther Baumann derart beeindruckt, dass er sie neu interpretierte.

Um ein Thema mit Variationen handelt es sich bei den hier erstmals ausgestellten fünf Gemälden mit dem Titel „Basislager“ aus dem Jahr 2011. Jeweils eine fest gefügte Form, die eine Erdkugel – unsere Basis – darstellt, erscheint vor einem amorphen Ambiente, das dem Weltall entspricht. Der in die Erdkugel eingearbeitete Kopf von Johann Sebastian Bach, eine Reminiszenz an den großen Komponisten, zeigt ihn als Basislager für klassische und moderne Musik.

Als Gedankenfragmente ist eine Reihe von kleineren Arbeiten zu verstehen. Sie entstanden nicht gezielt zu einem bestimmten Thema, sondern vielmehr vor dem Hintergrund der Vorstellung, dass alles mit allem zusammenhängt. Der gesteuerte Zufall spielt hier für die Gestaltung eine wichtige Rolle.

Weitere kleine Arbeiten, gewissermaßen zeichnerische Spuren , die in den letzten Jahren immer wieder neben den Großformaten spontan entstanden sind, bilden schließlich einen weiteren Schwerpunkt in der Ausstellung. Auch an ihnen zeigt sich, wie für Günther Baumann Gegenständliches und Abstraktes eng miteinander verwoben ist.


Günther Baumann wurde 1953 in Dillingen/Donau geboren. Seit 1987 ist er als freischaffender Künstler in Augsburg und Cupramontana bei Ancona tätig. Er erhielt eine Reihe von Preisen: 1987 den Kunstförderpreis der Stadt Augsburg, 1991 den Förderpreis der Stadt Marktoberdorf, 2004 den Preis der Künstlervereinigung Augsburg „Die Ecke“ und 2005 den Arno-Buchegger-Preis, Augsburg. Seit 1988 Ausstellungen im In- und Ausland.

Werke von Günther Baumann befinden sich unter anderem im Kunstmuseum Walter, Augsburg, sowie in den Kunstsammlungen der Stadt Augsburg und der Stadt Marktoberdorf.


Begleitprogramm

Sonntagsführungen mit Bärbel Steinfeld M. A.:
18. März 2012, 22. April 2012, 13. Mai 2012, jeweils 15 Uhr.

Familienführung „Kunstbegegnung mit kreativem Gestalten“ mit Museumspädagogin Oda Bauersachs:
15. April 2012, 14.30–16.00 Uhr.

Künstlergespräch unter Leitung von Dr. Mechthild Müller-Hennig:
29. April 2012, 15 Uhr.