LANDKREIS-KÜNSTLER

Zusammen-Treffen - Menschenbilder von Christina Weber und Hubert Balze

17. Januar bis 26. Februar 2012,
Schwäbische Galerie

Bei der Ausstellung mit dem Titel “Zusammen-Treffen“ handelt es sich um die erste Veranstaltung in der Reihe „Der Landkreis Augsburg zu Gast in der Schwäbischen Galerie“. Zwei Kunstschaffende treffen zusammen, um ihre neuesten Arbeiten zum Thema Menschenbild zu präsentieren. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei konträre Positionen: Während sich Christina Weber mit ihren Arbeiten auf die Suche nach den Inneren Werten begibt, trifft Hubert Balze politisch ambitionierte Aussagen. Beiden Künstlern jedoch geht es um die Zwänge in unserer Gesellschaft, die sich auf ganz verschiedene Weisen manifestieren.

Christina Weber aus Döpshofen zeigt Skulpturen, Installationen und Grafiken, die verschiedene Facetten des menschlichen Miteinanders widerspiegeln. Sie thematisiert die Sehnsüchte des Menschen nach Geborgenheit aber auch sein Bedürfnis nach Freiheit in einer Gesellschaft, die stark von der Manipulation und vom Sog der Masse geprägt wird. Ihre Menschen und deren Beziehungsgeflechte entfalten und bewegen sich im Raum, versuchen sich zu orten, zu verbinden, auf Nähe und Distanz zu gehen. Mit verschiedenen Materialien will die Künstlerin Aspekte der vielfältigen sozialen Kontakte von Menschen versinnbildlichen: So stehen die wärmenden Fasern für das Beschützen, für die Nähe, das Glas hingegen für Kälte aber auch für Zerbrechlichkeit. Schließlich lotet Christina Weber auf sensible Weise aus, wie sich der Mensch als soziales Wesen zwischen zwei Polen bewegt.

Hubert Balze aus Aystetten weist mit seinen neuen Alcydbildern auf problematische Situationen und Zustände der modernen Gesellschaft hin. Auf plakative Weise setzt er sich mit den Zwängen, denen die Menschen von heute unterworfen sind, auseinander. Bei seiner Werkreihe „Fragezeichen“ bearbeitete er prägnante und bekannte Bilder. Vor allem wollte er damit Fragen aufwerfen, die Gegenfragen erzeugen, Skepsis signalisieren oder den Betrachter zum Verstummen bringen. Dabei arbeitet der Künstler stets flächig mit leuchtenden, kräftigen Farben. Gesteigert wird die Eindringlichkeit durch das Element der Wiederholung, das viele seiner großformatigen Bilder prägt. Durch die nebeneinander aufgereihten, immer wieder gleichen Figuren werden Haltungen, Gesten und Kleidungszwänge ad absurdum geführt. Der Einzelne wird seiner Individualität beraubt und als austauschbar abgestempelt.

Hubert Balze, 1936 in Reichenau (Oberlausitz) geboren, wurde nach 1945 mit seiner Familie nach Bayern umgesiedelt. 1956-60 studierte er Kunsterziehung an der Akademie der Bildenden Künste München, 1966-99 war er als Kunsterzieher am Gymnasium bei St. Anna in Augsburg tätig. 1970 erhielt er den Kunstpreis des Bezirks Schwaben, 2007 den Kulturpreis der Stadt Neusäß. Hubert Balze ist durch viele Ausstellungen mit Arbeiten aus verschiedenen Werkphasen bekannt. Er lebt und arbeitet in Aystetten bei Augsburg.

Christina Weber, 1958 in Frauenau (Bayerischer Wald) geboren, studierte von 1977-81 Grafik-Design an der Fachhochschule Augsburg, mit den Studienschwerpunkten Illustration und Fotografie. 1978-85 war sie als Kartografin tätig, seit 1986 als freiberufliche Designerin. Seit 1990 ist sie freischaffend. Von 1993-2000 Weiterbildung in verschiedenen Workshops: Steinbildhauerei, Bronzeguss, Heißglas, Pate de verre, Licht und Installation. Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen mit verschiedenen Themenschwerpunkten. Christina Weber arbeitet in Augsburg.

Begleitprogramm:
Am 12. Februar 2012, um 15 Uhr, findet ein Künstlergespräch unter Leitung von Dr. Mechthild Müller-Hennig statt.