HIER STEHT DER HIMMEL OFFEN

Hier steht der Himmel offen - 800 Jahre Kloster Oberschönenfeld

20. März bis 16. Oktober 2011,
Volkskundemuseum und Schwäbische Galerie

Nach der Überlieferung der Zisterzienserinnenabtei Oberschönenfeld entstand das Kloster im Tal der Schwarzach im Jahr 1211. Erstmals wurde „Schonenwelt“ in einer Papsturkunde 1248 erwähnt, die dem Konvent die Privilegien des Zisterzienserordens verlieh. Die in der Zeit zwischen 1691 und 1785 neu erbaute Klosteranlage und die sie umgebende Kulturlandschaft blieben bis heute weitgehend erhalten. Ende 1802 nahm Bayern das Kloster in Besitz und hob den Konvent bald danach auf, die Nonnen durften jedoch bleiben. König Ludwig I. ließ 1836 das Kloster wieder zu. 1918 erneut zur Abtei erhoben, leben heute hier rund 20 Zisterzienserinnen gemeinschaftlich in Klausur, um gemäß den Regeln des Hl. Benedikt „Gott zu suchen“. Durch „ora et labora“ (bete und arbeite) sind ihre Tage strukturiert, und im unablässigen feierlichen Gotteslob führen sie ein Leben in Gottes Gegenwart im Gebet: abgeschieden, aber doch den Menschen zugewandt.

Die umfangreiche Ausstellung anlässlich des Klosterjubiläums veranschaulicht mit hochkarätigen, teilweise noch nie gezeigten Schätzen die wechselhafte Geschichte des Oberschönenfelder Konvents. Schwerpunkte sind das Mittelalter, der Barock, in dem das Kloster in voller Blüte stand, und die Sicherung des Fortbestands nach der großen Zäsur der Säkularisation.

            

Neben der bewegten Ordensgeschichte bietet die Ausstellung Einblicke in den modernen Alltag und die Aufgaben der Klosterfrauen heute, zeigt grundsätzliche Aspekte des Klosterlebens und fragt nach dem „Wagnis des Glaubens“: Wer lebt im Kloster und warum? Wie verläuft ein Tag, wie verläuft ein Leben in der Klausur? Darauf verweist der Titel „Hier steht der Himmel offen“, frei nach der Inschrift auf einem historischen Sprechgitter im Konventbau: „Ecce aperti sunt coeli – Siehe, die Himmel wurden eröffnet“ (Matth 3,16).

       

Ein eigener Raum ist der barocken Bildausstattung des Klosters Oberschönenfeld gewidmet. Zu sehen ist eine Auswahl von Gemälden und Skulpturen aus den Konventräumen. Sie geben in einer eindringlichen Bildsprache teils zeittypische, teils ordensspezifische Themen wieder. Somit bieten sie Einblicke in die Spiritualität der Zisterzienserinnen und den geistigen Austausch der Klöster untereinander. Noch heute sind die Schwestern tagtäglich von diesen Bildern umgeben, die wohl teilweise auch von Oberschönenfelder Nonnen geschaffen wurden.

        
Unterschiedliche Spielstationen laden zum Vertiefen des Ausstellungsthemas ein.

 

Angebot für Kinder

Mit Klosterkater Bernhard durch die Ausstellung: Auf einem kleinen Spezialrundgang können Kinder mit Hilfe von Klosterkater Bernhard und einem spannenden Rätselbogen den Spuren des Klosterlebens folgen.

Rätselbögen: An der Kasse erhältlich für 2 EUR.

  

Aktuelle Veranstaltungen

Eine Kurzübersicht über die aktuellen Termine Sommer/Herbst 2011 gibt es in unserem Flyer als Download

Begleitprogramm

Angebote für Schulklassen

Lehrplanorientierte Führung mit Themenschwerpunkten.
Dauer: ca. 90 Minuten nach Absprache; Kosten: 40 EUR zzgl. Eintritt.

Lehrplanorientierte Führung mit Themenschwerpunkten, anschließend praktisches Vertiefen in der Werkstatt.
Dauer: 120 Minuten; Kosten: 3 EUR je Schüler/-in zzgl. Eintritt.

Museums-Kinder in den Schulferien
Spielerischer Rundgang mit kreativem Gestalten, jeweils von 10–13 Uhr.

Kurs A, Ostern
Mittwoch, 27. April: Textile Druckwerkstatt (ab 8 Jahren).
Kurs B, Pfingsten
Donnerstag, 16. Juni: Vergolder-Werkstatt (ab 9 Jahren).
Kurs C, Sommer
Mittwoch, 10. August: Textile Druckwerkstatt (ab 8 Jahren).

Kosten pro Termin: 8 EUR inkl. Eintritt und Material. Bitte telefonisch anmelden!

 

Sonntagsführungen durch die Ausstellung um 14.30 Uhr
27. März, 24. April (Ostersonntag), 1. Mai, 12. Juni (Pfingstsonntag), 7. August, 4. September, 16. Oktober.
Dauer: 90 Minuten, ohne Anmeldung (Teilnehmerzahl begrenzt).

Sonntags-/Feiertags-Matinee: Kurzführungen um 11 Uhr
25. April (Ostermontag), 3. Juli, 25. September, 9. Oktober
Dauer: 60 Minuten, ohne Anmeldung (Teilnehmerzahl begrenzt).


Thematische Spezialführungen an Sonntagen

10. April, 15 Uhr: Zur barocken Bildausstattung des Zisterzienserinnenklosters Oberschönenfeld.
Mit Dr. Mechthild Müller-Hennig, wiss. Mitarbeiterin.

22. Mai, 11 Uhr: „So daz herze wirt entzunt“ – Weibliche Frömmigkeit im 12./13. Jahrhundert.
Mit Dr. Elisabeth Plößl, wiss. Mitarbeiterin.

5. Juni, 11 Uhr: „Der Klosterstrumpf geht nach Brasilien“ – Das textile Handwerk in Oberschönenfeld.
Mit Ragnhild Langenfeld M. A., wiss. Volontärin.

17. Juli, 15 Uhr: Oberschönenfeld und die Säkularisation.
Mit Dr. Beate Spiegel, Museumsleiterin.

18. September, 15 Uhr: Die Kunstschätze aus dem Kloster Oberschönenfeld.
Mit Bärbel Steinfeld M. A., Kunsthistorikerin.

Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung (Teilnehmerzahl begrenzt).


Workshop für Erwachsene
Samstag, 17. September, 14–17 Uhr
„Das ist mir Gold wert!“ – Vergolder-Werkstatt
Nach einer Kurzführung durch die Sonderausstellung erlernen Sie die Technik des Vergoldens und gestalten eine kleine Kostbarkeit zum Mitnehmen!
Kosten: 12 EUR inkl. Eintritt und Material. Bitte telefonisch anmelden!

 

Veranstaltungen zum Klosterjubiläum

Sonntag, 15. Mai, 15 Uhr (Abteikirche)
Führung in der Abteikirche Mariä Himmelfahrt
Sr. M. Gratia Wanner OCist., Abtei Oberschönenfeld (Eintritt frei, Spende erbeten).

Sonntag, 5. Juni, 14.30 Uhr (Schwäbische Galerie)
„Schwester Dorothea“
Vorführung des Films über die klosterjüngste Schwester der Abtei Oberschönenfeld, anschließend Podiumsdiskussion mit Regisseurin Maya Reichert, Äbtissin M. Gertrud Pesch OCist., Abtei Oberschönenfeld, und Stephan Mitterwieser, Leitershofen (Kosten: Museumseintritt).

Sonntag, 24. Juli, 10 Uhr (Museumshof)
Sternwallfahrt und Festgottesdienst der ehemaligen Filialkirchen von Oberschönenfeld
Die Pfarrgemeinden Violau, Altenmünster, Dietkirch, Wollishausen und Mödishofen feiern mit H. H. Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger, Augsburg. Musikalische Gestaltung: Aschauer Stimmkreis.

Sonntag, 2. Oktober, 15.30 Uhr (Abteikirche)
Antonio Vivaldi: „Die vier Jahreszeiten“
Familienkonzert für Menschen von 6 bis 99 mit Mitgliedern der Streicherakademie Hannover. Solisten: Maiken Jauch und Carolin Ladda, Leitung und Moderation: Marie-Luise Jauch (Eintritt frei, Spende erbeten).

 

Vortragsreihe zum Klosterjubiläum in der Schwäbischen Galerie
An diesen Tagen ist die Ausstellung bis 19 Uhr geöffnet (Kosten: Museumseintritt).

Donnerstag, 31. März, 19 Uhr
Wie entstand das Zisterzienserinnenkloster Oberschönenfeld?
Sr. M. Regina Klaus OCist., Abtei Oberschönenfeld.

Donnerstag, 14. April, 19 Uhr
„Du kommst und gehst, doch bleibt zurück die Saat, die Du gesät.“ (Edith Stein). Woher kamen und kommen die Oberschönenfelder Schwestern?
Sr. M. Regina Klaus OCist., Abtei Oberschönenfeld.

Samstag, 21. Mai, 19 Uhr
Die neue Spiritualität der Zisterzienser – Wie leben wir sie im neuen 21. Jahrhundert?
Äbtissin Dr. M. Hildegard Brem OCist., Abtei Mariastern, Gwiggen/Vorarlberg.

Samstag, 25. Juni, 19 Uhr
„Heilig und ganz normal?!“ Über den spanischen Trappistenmönch Bruder Rafael Arnáiz Barón, ein Heiliger unseres 20. Jahrhunderts.
Sr. M. Ingrid Mohr P.I.J., Schwestern vom Armen Kinde Jesu, Kloster Aachen.

Donnerstag, 7. Juli, 19 Uhr
Die Gebäude auf dem Klosterareal und ihre Geschichten – Von Bierbrauern, Maulwurfsfängern und einer skandalumwitterten Kurfürstenwitwe
Dr. Beate Spiegel, Leiterin Schwäbisches Volkskundemuseum Oberschönenfeld.

Donnerstag, 21. Juli, 19 Uhr
Die Filialkirchen der Abtei Oberschönenfeld
Prof. Dr. Walter Pötzl, Kreisheimatpfl eger Landkreis Augsburg.

Donnerstag, 28. Juli, 19 Uhr
Klostergärten und ihre Bedeutung für den Klosteralltag
Dr. Petra Altmann, München

Sonntag, 14. August, 19 Uhr
Grundzüge der Mystik des hl. Bernhard
Abt emeritus Dr. Thomas Denter OCist., Abtei Marienstatt/Westerwald.

Samstag, 27. August, 19 Uhr
Die Revolution der Liebe – Dienet einander
Abt Olivier Quenardel OSCO, Abtei Cîteaux/Frankreich (mit Übersetzung).

Donnerstag, 22. September, 19 Uhr  ! Der Vortrag entfällt !
Leben und Wirtschaften im mittelalterlichen Frauenkloster. Das Beispiel Oberschönenfeld
Julia Bruch M. A., Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte, Universität Mannheim.

Donnerstag, 29. September, 19 Uhr
Obrigkeit und Ökonomie – Zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des Klosters Oberschönenfeld
Gerhard Fürmetz M. A., Archivoberrat Bayerisches Hauptstaatsarchiv.

Donnerstag, 13. Oktober, 19 Uhr
„Wenn eine neu ankommt, um Nonne zu werden, achte man sorgfältig darauf, ob die Novizin wirklich Gott sucht“ (Regel des Hl. Benedikt) – Gibt es Heilige in Oberschönenfeld?
Sr. M. Regina Klaus OCist., Abtei Oberschönenfeld.